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Entwicklung > Agrartreibstoffe

Agrartreibstoffe

Tank oder Teller


Foto © RediSu / pixelio.de

"Für die Produktion von 50 Liter Bioethanol benötigt man 232 Kilo Mais. Davon kann ein Kind in Sambia oder in Mexiko ein Jahr lang leben“, das rechnet Jean Ziegler, der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, vor.

Agrarkraftstoffe hatten anfänglich eine große Euphorie ausgelöst, jetzt macht sich zunehmend Skepsis breit. Der Anbau von Energiepflanzen tritt vermehrt in Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Für das kommende Jahrzehnt werden signifikante Preiserhöhungen bei Agrarprodukten, insbesondere bei Nahrungsmitteln prognostiziert. Bei Mais könnten es über 70 Prozent werden. Bereits heute hungern 852 Millionen Menschen. Betroffen sind vor allem die Menschen in den Entwicklungsländern Asiens und Afrikas. 75 Prozent der Hungernden sind Kinder.

Neben der Preisentwicklung entstehen ökologische und soziale Probleme. So werden für den Anbau Waldflächen zerstört, was zur Steigerung der weltweiten CO2-Emissionen führt. Das macht die Ökobilanz fragwürdig. Weitere Risiken im ökologischen Bereich sind der Verlust von Biodiversität, aber auch verstärkte Erosion, vergrößerter Druck auf Wasserressourcen und der Einsatz von Pestiziden. Gleichzeitig gibt es vielfältige Bericht über Vertreibungen oder Verdrängungen von Kleinbauern oder Indigenen und über teilweise skandalöse Arbeitsbedingungen auf den Plantagen.

Aus diesen Gründen müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Agrarenergie darf nicht zur Bedrohung für die Ernährungssicherheit werden. Das geht nur durch konzertiertes Handeln, in Industrieländern und in Entwicklungsländern, auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Neben der ökologischen Nachhaltigkeit müssen Ernährungssicherheit, aber auch Arbeits- und Sozialstandards berücksichtigt werden. Es kommt also auf gesetzliche Regelungen und auf geeignete Zertifizierungssysteme an. Die Förderung von Agrartreibstoffen muss in Deutschland, in der EU und in den Entwicklungs- und Schwellenländern so konzipiert sein, dass daraus keine negativen Auswirkungen im Umwelt- und Sozialbereich erwachsen.
 

Downloads

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UN: Bericht über die Menschliche Entwicklung 2006 – Nicht nur eine Frage der Knappheit: Macht, Armut und die globale Wasserkrise

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Bundesregierung: Magazin Entwicklungspolitik - Sanitäre Grundversorgung (2008)

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BMZ: Sektorkonzept Wasser (2006)

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DIE: Chancen, Risiken und Perspektiven von Budgethilfe in der Entwicklungszusammenarbeit (2007)

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DIE: Budgethilfe in der Entwicklungszusammenarbeit der EU (2005)

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