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Abschiedskonzert der Männerchor 1947

Komatsu Mining Germany GmbH

25.04.2010 -

Karin Kortmann,

Abschiedskonzert der Männerchor 1947

Komatsu Mining Germany GmbH

Düsseldorf

Sehr geehrter Herr Kühn,

Sehr geehrte Herr Braeckeler,

Sehr geehrte Damen und Herren,

Parl. Staatssekretärin a.D.Benrath am 25. April 2010

Abschiedskonzert.

Ich finde das Wort hat etwas Widersprüchliches.

zu wissen ob es ein „Auf wieder sehen“ gibt. Abschied tut meistens weh und hat häufig auch

etwas Endgültiges.

Abschied bedeutet meist etwas trauriges, etwas zurücklassen, „Tschüss“ zu sagen und nicht

beflügelt. Konzerte sind nichts Alltägliches. Sie gehören für uns zu etwas besonderem. Wir

freuen uns auf den Termin, wählen die dafür gewünschte Kleidung aus und machen das

Konzert zu einem besonderen Ereignis.

Konzert dagegen, das ist etwas das uns gut tut. Unsere Sinne anregen, die Phantasie

diese Empfindungen nehmen wir nach dem Konzert auch mit nach Hause. Sie wirken weiter.

Insofern, sehr geehrte Damen und Herren, ist der heutige Abend für die meisten von Ihnen deshalb

vielleicht auch beides: Trauer und Freude.

Konzerte wirken nach. Wir erfreuen uns an den Stimmen, der Musik, der Gemeinschaft. Und

Heute Abend heißt es Abschied zu nehmen.

Aktivitäten „aus Altersgründen“ beendet. Sozusagen in „Frührente“ geht.

Abschied vom KomatsuChor, der 1947 gegründet wurde und heute nach 63 Jahren seine

Braeckeler, der heute bei und mit diesem Abschiedskonzert sein 60jähriges Bühnenjubiläum

feiert.

Lieber Herr Braeckeler, dazu von uns allen, die allerherzlichsten Glückwünsche, Gottes Segen und

von Herzen alles Gute für die Zeit abseits der Bühne.

Abschied nehmen Sie aber auch von ihrem Chorleiter, Chordirektor ADC Herrn Willi

Lebenslauf wiedergeben.

Ich durfte ein wenig in Aufzeichnungen schauen, die das ein oder andere aus Ihrem

Sie fast schon ein Düsseldorfer sind.

Sie wurden am 15. Mai 1926 in Neuss geboren. Und Sie sind Neusser geblieben, auch wenn

Klavierspiel, Sie erhielten später Unterricht an der Orgel und in allgemeiner Musiklehre.

Schon ganz früh begann Ihre musikalische Förderung. Mit 8 Jahren begannen Sie mit dem

Organist an St. Marien in Neuss, der zuvor als Organist an der Oper in Odessa tätig war.

Sie hatten einen guten, einen ausgezeichneten Lehrer: Josef Hopfauf, den damaligen

dann mit dem Wintersemester 1943 an der Staatlichen Hochschule für Musik in Berlin Ihr

Studium beginnen.

Ihre besonderen musikalischen Fähigkeiten wurden entdeckt und gefördert. So konnten Sie

amerikanische Gefangenschaft, aus der Sie im Juli 1945 entlassen wurden.

Leider aber nur bis Juli 1944. Sie wurde zum Militärdienst einberufen. 1945 gerieten Sie in

Erzählungen aus dem letzten Jahrhundert. Für Sie lieber Herr Braeckeler, als junger Mann mit

19 Jahren, mussten Sie wie fast alle ihrer Generation früher erwachsen werden, als junge

Menschen heute. Das waren Jahre die Ihr Leben sicherlich ganz entscheidend geprägt haben.

All das ist jetzt 65 Jahre her. Für viele der heutigen jüngeren Generation ist es Geschichte.

Berlin, sondern haben an der Staatlichen Musikhochschule in Köln Ihr Studium wieder

aufgenommen.

1946 wurde der Musikhochschulbetrieb wieder eingerichtet. Sie gingen nicht zurück nach

Posten des Organisten an der Marienkirche in Neuss übertragen bekamen. Eine hohe

Anerkennung für einen 23jährigen.

Sie waren so gut in Ihrem Metier, dass Sie bereits während des Studiums, ab April 1949 den

heißt.

1951 legten Sie das Kantorenund Musiklehrerexamen ab. Mit erstklassigen Noten, wie es

auch nichts anderes erwartet. Andererseits habe ich mich aber auch gefragt, ob Sie immer

ein Musterknabe waren, oder auch schon mal über die Stränge geschlagen haben.

Aber ehrlich gesagt Herr Braeckeler, angesichts Ihres Eifers habe ich bei Ihren Lebensdaten

Tasche, damit auch ein Einkommen und heirateten im August die Konzertsängerin Elisabeth

Küllchen. Wo? Keine Frage. In Ihrer Kirche St. Marien. Sie bekamen drei Kinder: Thomas,

Beatrix und Christiane.

1950 war ein gutes Jahr für Sie. Sie hatten, salopp gesagt den Organisten Posten in der

Wahrscheinlich haben Sie damals noch gar nicht daran gedacht, wie viele Chöre noch dazu

kommen sollten.

Und Sie übernahmen die Leitung ihres ersten Männerchores: Teutonia Neuss.

unbeabsichtigt vergesse: Hinzu kamen

Lassen Sie mich einige aufzählen und ich bitte schon jetzt um Entschuldigung, wenn ich einen

Der Marienchor Neuss

Der Werkchor Bauer & Schaurte Neuss

Der Männerchor NeussReuschenberg

Der MGV Bedburg/Erft

Der Düsseldorfer Männergesangverein

Der MGV Cäcilia Neuss

Der Apollochor Düsseldorf

Der MGV Osterath

Der Böhlerchor 1920 e.V.

Der Männerchor MannesmannBaumaschinen Benrath

Der PolizeiChor Düsseldorf

Der ErnstPoensgenChor

verbunden. Unternehmen, die neben der Arbeit auch Wert auf das Zugehörigkeitsgefühl

ihrer Beschäftigten zum Werk legten. Die den Zusammenhalt über gute Tonlagen und ein

vielstimmiges Miteinander förderten. Etwas, das heute seltener geworden ist.

Mit vielen dieser Namen sind große und wichtige Unternehmen der damaligen Zeit

geschätzt. Sie waren mit Ihren Chören auf erfolgreichen Konzertreisen in Luxemburg,

Norwegen, Österreich, in der Schweiz, in Italien, Spanien, in den USA, in Jugoslawien, in

Griechenland und vielen anderen Ländern. Auch in der DDR.

Lieber Herr Braeckeler, ihre Arbeit wurde weit über die deutschen Grenzen hinaus wert

Die Pressestimmen sind beeindrucken:

schreiben die Stuttgarter Nachrichten.

„Besonders anzuerkennen sind die hohen Fähigkeiten des Chorleiters Willy Braeckeler“,

Rheinische Post

„Bemerkenswert Willy Braeckelers Gestaltungskraft und klare Zeichengebung“ meldete die

Herrn Braeckeler, gebührt großes Lob. Er ist ein Meister der Interpretation und verlangt von

seinem Apollo

niemals zustande.“

und die Freiburger Presse schreibt, was in so vielen Artikeln zu finden ist: „Dem DirigentenChor saubere und intensive Arbeit. Anders käme solch ein reiner Gesang

abverlangt haben, sondern auch Hochleistungen von allen Ihren Chormitgliedern. Sie haben

die Chöre zum großen Teil über Jahrzehnte geleitet. Kontinuität, Verlässlichkeit, individuelle

Förderung und Teamgeist. Das haben Sie gefördert und haben dafür viel Dank und

Anerkennung erhalten.

Lieber Herr Braeckeler, ich bin mir fast sicher, dass Sie nicht nur von sich Höchstleistungen

Der Bundespräsident verlieh Ihnen das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Die höchste Auszeichnung erhielten Sie am 15. Mai 1986, anlässlich Ihres 60. Geburtstages.

Deutschland. Viele Ehrennadeln der einzelnen Chorgemeinschaften gehören ebenfalls zu

Ihren Auszeichnungen.

Bereits 1976 erhielten Sie die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik

wichtig, sondern auch die Titel, die seine Chöre bei Wettbewerben erworben haben: Der

Böhlerchor

errang viermal hintereinander den Titel „Meisterchor“.

Der Apollochor holte bei Internationalen Chorwettbewerben in Den Haag unter Teilnahme

von über 50 Chören aus 20 Ländern einmal den 4. Preis und zwei 1. Preise.

Aber wahrscheinlich sind für einen Chorleiter nicht nur die individuellen Anerkennungen

Chöre“, dass Sie jeden von ihnen in seiner Leistungsvielfalt und seinem sängerischen Können

geprägt haben. Entscheidend dafür sei der Leistungswille des Chorleiters gewesen. „Halbe

Sachen“ so sagten Sie, gibt es bei ihm nicht.

Anlässlich Ihres 60. Geburtstages lieber Herr Braeckeler dankten Ihnen die sechs „Braeckeler

Leistungsbereitschaft und die unabdingbare Freude an der Musik ziehen sich wie ein roter

Faden durch Ihr Lebenswerk. Und wenn Sie heute, nach 60 Jahren Arbeit auf der Bühne, das

Scheinwerferlicht verlassen, dann können Sie sicher sein, dass Sie unzähligen Menschen

mehr Selbstvertrauen, mehr Freude, mehr Begeisterung für die Musik eröffnet haben. Dafür

sage ich und mit mir all diejenigen, die heute Abend hier im Saal sind, stellvertretend

„Danke“. Und wir tun das in der Form, die Ihr Leben begleitet hat: mit brausendem Applaus

und standing ovations. Danke Willy Braeckeler.

Diesen Eindruck hatte ich auch, als ich ein bisschen in Ihren Lebensdaten blätterte. Disziplin,